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Die Bahá'í-Gemeinde Frankfurt am Main
Kurzer Abriss über die Geschichte des Bahá’i-Glaubens in Frankfurt am Main

Die Bahá’i-Religion kam in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Frankfurt. Besondere Aufmerksamkeit dürften dabei die Besuche, begleitet von öffentlichen Vorträgen, von Frau Martha Root auf sich gezogen haben. Martha Root war Journalistin und widmete sich seit Beginn der 20er Jahren bis zu ihrem Tod 1939 ganz der Verbreitung des Bahá’i-Glaubens, wobei sie viele Länder bereiste. Sie war 1925, 1928 und 1929 in Frankfurt und nahm dabei u. a. am Deutschen Esperanto-Kongreß teil.

1935 siedelte Frau Edith Horn als erste Bahá’i nach Frankfurt über. Aufgrund ihres Wirkens vergrößerte sich bald die Anzahl der Anhänger des Bahá’i-Glaubens.

Von 1937 bis 1945 war der Bahá’i-Glaube aufgrund seiner weltumfassenden, antirasistischen Lehren durch einen Sondererlaß Himmlers in ganz Deutschland verboten. Doch gleich nach dem Krieg sammelten sich die Gläubigen wieder und konnten 1946 wieder Geistige Räte (neun gewählte Personen, welche die Gemeinde führen) bilden. Auch Frankfurt erhielt zu diesem Zeitpunkt wieder einen Geistigen Rat.

1949 entschied der Nationale Geistige Rat der Bahá’i in Deutschland, der 1923 zum ersten Mal gebildet wurde, im Frankfurter Westendviertel ein Grundstück zu erwerben, das als nationales Verwaltungszentrum dienen sollte. Die auf dem Grundstück stehende Ruine wurde nach und nach wieder aufgebaut. 1950 fand hier die erste Nationaltagung der Bahá’i in Deutschland statt. In diesem Gebäude hatte der Geistige Rat der Frankfurter Bahá’i ebenfalls seinen Sitz und es diente auch der örtlichen Gemeinde für ihre Zusammenkünfte.

1956 gab es lt. Wahlprotokoll anlässlich der Wahl des Geistigen Rates Frankfurt 38 wahlberechtigte, d. h. volljährige Gemeindemitglieder. Im gleichen Jahr wurde auch die Anerkennung als eingetragener Verein beantragt. In einem Schreiben des Amtsgerichts Frankfurt vom 13. Juli 1956 wurde der Geistige Rat der Bahá’i in Frankfurt als Verein in das Vereinsregister eingetragen. Das Finanzamt Frankfurt erkannte mit Schreiben vom 08. Februar 1962 den Geistigen Rat der Bahá’i in Frankfurt am Main e.V. als gemeinnützig an.

Anfang der 60iger Jahre wurde in Hofheim-Langenhain mit dem Bau des ersten europäischen Bahá’i-Hauses der Andacht begonnen. Es wurde 1964 seiner Bestimmung übergeben und bald darauf der Sitz des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’i in Deutschland in dessen unmittelbare Nähe verlegt. Das Haus in der Westendstraße wurde verkauft. Aus diesem Grund fanden die Treffen und Veranstaltungen der Frankfurter Bahá’i-Gemeinde ab diesem Zeitpunkt, also von 1970 bis 1978 im Haus Gallus statt.

1978 erwarb die Frankfurter Bahá’i-Gemeinde in Frankfurt in der Raimundstraße Nr. 139 Räume, die zu einem Bahá’i-Zentrum umgebaut wurden. Im Februar 1979 war der Einzug und dient seither der Gemeinde für ihre Zusammenkünfte, Feiern, öffentliche Veranstaltungen, Kurse und vieles mehr. 1991/1992 wurden die Räumlichkeiten grundlegend umgebaut und renoviert.

Die Anzahl der Gemeindemitglieder wächst langsam aber stetig. Insbesondere bedingt durch die Verfolgung der Bahá’i in ihrem Mutterland Iran im Gefolge der sogenannten „islamischen Revolution“ kamen zu Beginn der 80iger Jahre viele iranischen Bahá’i als Flüchtlinge auch nach Deutschland und eben auch nach Frankfurt. Eine Vielzahl anderer Nationalitäten rundet die Vielfalt der Frankfurter Bahá’i-Gemeinde ab.